Unsere Geschichte

Eine Bank ensteht...

Unter dem Leitspruch „Einer für alle, alle für einen" wird am 26. Februar 1898 in Baiertal der landwirtschaftliche Lagerhaus-, Vorschuß- und Kreditverein als Vorläufer der heutigen Raiffeisen Privatbank als Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung gegründet. Im Vorjahr 1897 wurden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen und über die Ziele und Gegebenheiten kräftig diskutiert. Der Verein hat 56 Mitglieder. Der Vorstand setzt sich aus Bürgermeister Friedrich Wipfler, Friedrich Eichhorn und Peter Blaser zusammen.

Zur gleichen Zeit gründen 134 katholische und 18 jüdische Gemeindemitglieder unter Friedrich Wipfler, den Vinzensiusverein. In kurzer Zeit sammelt man 4.733,17 Mark und baut davon den ersten Kindergarten in Baiertal.

Die Inflation

Aufgrund der Verunsicherung, die während der Kriegsjahre von 1914 - 1918 herrscht, werden nur noch sehr wenige Darlehen aufgenommen. Die Kreditzinsen fallen. 1916 liegt der Zinssatz bei 4,75%. Der Mangel an Arbeitskräften führt zu jährlichen Lohnsteigerungen von 30 bis 50%. Um die hohen Kriegskosten zu bezahlen sind die Notenpressen 24 Stunden am Tag in Betrieb. Das führt zu einer Geldmengenaufblähung und in Folge zu raschen Geldentwertung.

Die Kreditzinsen steigen schnell über die Marke von 10%. Aber auch die Höhe der gewährten Darlehen, die zwischen 10.000,- und 50.000,- Mark liegen, ist für die Zeit sehr hoch.

Im November 1923 kommt es zum Inflationshöhepunkt. In dieser Zeit sind 30 Papierfabriken, 133 Druckereien und 1783 Maschinen mit der Herstellung von Papiergeld für die Reichsbank, Länder, Regionalbanken und Städte eingesetzt. Der eingedruckte Notenwert muß oft noch vor Auslieferung der Banknoten mit einem weit höheren Betrag überdruckt werden.

1924 wird die inflationäre Währung auf Goldmark umgestellt. 1 Billion Mark = 1 Renten- bzw. Goldmark. Für die Bank heißt es nun, aus dem Nichts wieder anzufangen, Außerdem wird sie mit der Währungsumstellung einer strengen Kreditbeschränkung unterworfen. D.h. ein Mitglied kann nur Darlehen bis 5.000 Mark aufnehmen. Die Laufzeit beträgt 3 Monate und der Zinssatz liegt bei 24-30%.

Mit der neuen Parität wird der Geschäftsanteil der Genossenschaft auf 100,- Goldmark festgesetzt. Jedes Mitglied muß daher bis Oktober 1924 10,- Goldmark einbezahlen, damit die Bank fristgerecht auf Goldmark umstellen kann. Die alten Geschäftsanteile können, wie es heißt: „nicht aufgewertet werden, da der Verein durch die Inflation sein ganzes Vermögen verloren hat."

Ende 1924 sinkt der Zinssatz auf 17-20%. Die 3-monatige Laufzeit muß allerdings eingehalten werden.

 

Die Weltwirtschaftskrise

Für die Bevölkerung beginnen ab 1929 harte Jahre. Die Weltwirtschaftskrise nimmt Ihren Lauf und immer mehr Bürger sind ohne Arbeit und somit ohne Einkommen. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit dokumentiert sich mit 2,5 Millionen Arbeitslosen im Dezember 1928. Im Vergleich hierzu sind im Dezember 1930 schon 4,4 Millionen Menschen ohne Arbeit. Erst 1933 bringt der politische Umschwung ein Ende der in Deutschland herrschenden Rezession. Die neue Regierung drückt auch den Kassen ihren diktatorischen Stempel auf. So gibt es nur noch Darlehenszusagen bis zu 1.000,- DM. Die Zinsen für die Spareinlagen werden durch die Reichsregieruhg festgelegt. Sie betragen zwischen 2,75 bis 3,5%.

Die Reichsregierung legt 1940 abnahmepflichtige Darlehen für Kreditinstitute auf. Der Zinssatz beträgt 4,75%. Nach der bedingungslosen Kapitulation ist die Lage am Kapitalmarkt katastrophal. Die Schatzanweisungen des Reiches sind wertlos. Es wird nur noch Ware gegen Ware getauscht. Die Verluste der Kasse sind rein rechnerisch durch wertlose Rücklagen gedeckt. Aus dem Leitspruch im 3. Reich „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" wird wieder „Einer für Alle und Alle für Einen". Die Währungsreform am 20. Juni 1948 läßt der Kasse nur noch ein bescheidenes Eigenkapital von DM 168.915,77. Die Eröffnungsbilanz beginnt mit einer Bilanzsumme von DM 6.735,-. Den Hauptposten bilden die Spareinlagen, die ebenfalls 10:1 abgewertet werden.

Ein Großteil der umgestellten Spareinlagen liegt auf Sperrkonten. Sie stehen den Sparern nur nach und nach zur Verfügung. Der „Schwarzmarkt" bestimmt die notleidende Wirtschaft.

Es herrscht Wohnungsnot und lebenswichtige Waren fehlen. Vertriebene müssen untergebracht und integriert werden. Diese Probleme sind mit einer wertlosen Währung nicht zu lösen. Die Situation ändert sich am 20. Juni 1948 mit der Währungsreform. Die wertlose Reichsmark wird gegen die neue Deutsche Mark getauscht. Jeder Einwohner erhält sofort 40,- DM und zwei Monate später 20,- DM.

 

Die Nachkriegsjahre

Es beginnt erneut eine kritische Anlaufzeit, die den Umständen entsprechend nur geringes Wachstum zuläßt, um das schwer gerungen wird. Das Kreditgeschäft kommt langsam in Gang, mit kleinen Wechselkrediten und Darlehen. In der Generalversammlung 1949 wird festgestellt, daß man nach der neuerlichen Währungsreform nun zum dritten Mal ganz vorne anfangen muß. Doch die Vergangenheit hat bewiesen, daß die Kasse ihre Pflichten im Dorf zur Hilfe eines jeden Bürgers erfüllt hat.

Die Zinsen werden bei Darlehen auf 8%, bei Krediten in laufender Rechnung auf 8,5% und bei Einlagen auf 2,5% festgelegt. Getreu dem Motto „Einer für alle, alle für Einen" beginnt der Neuanfang. Die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse beginnen sich, nach dem Einsatz der DM, allmählich wieder zu normalisieren. Durch den begonnenen Wohnungsbau, sowie durch die Ansiedlung neuer Firmen profitiert auch die Bank vom allgemeinen Aufschwung in der Region

 

Der bargeldlose Zahlungsverkehr

Das Geldvermögen der Baiertaler Bevölkerung wächst. Durch den daraus entstehenden Wohlstand entstehen immer mehr Neubauten und somit ein neues Ortsbild. Auch im Bankgeschäft kommt es zu einem neuen Umfeld. Der bargeldlose Zahlungsverkehr wird eingeführt. Die Gehälter werden nun von den Unternehmen direkt auf die Konten der Arbeitnehmer überwiesen. Durch die hohe Akzeptanz des Geldinstitutes reichen die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr aus. So muß sich die Raiffeisenbank über eine weitere bauliche Investition Gedanken machen. 1963 wird eine räumliche Trennung von Bank und Warengeschäft beschlossen. Für die Durchführung kauft man das Nachbargrundstück in der Alten Bahnhofstraße. Hier entsteht das neue Bankgebäude.

Am 1. Dezember 1965 beginnt Rolf Zilly (Vorstand 1969-2008) seine Tätigkeit bei der Spar- und Darlehenskasse eGmbH Baiertal. Innerhalb kurzer Zeit wächst die Mitarbeiterzahl von 3 Personen auf 8 Personen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat beschließen 1970 den Bau eines zeitgemäßen Lagerhauses. Die alte Gaststätte „Zur Linde" wird abgerissen und mit dem Neubau wird begonnen. Es entsteht ein modernes Lagerhaus.

1972 kommt es unter Vorstand Karl Brenzinger zur Fusion mit der Spar- und Darlehenskasse Horrenberg sowie der Raiffeisenkasse Balzfeld. Von nun an firmiert die Bank unter Raiffeisenbank eG Wiesloch-Baiertal. Der Aufsichtsrat setzt sich aus insgesamt 21 ehrenamtlichen Verwaltungsmitgliedern zusammen. Trotz des enormen Wachstums und der guten Ertragslage wird 1973 das 75-jährige Jubiläum bescheiden gefeiert.

Die Bank wächst. Zum 01.01.1979 beginnt Werner Hillenbrand als 27-jähriger seine Tätigkeit als Bankkaufmann bei der Bank. Aufgrund des gesetzlich vorgeschriebenen Vieraugenprinzips wird Werner Hillenbrand am 01.01.1981 zum Vorstandsmitglied bestellt.

 

Das neue Bankgebäude

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, muß die Bank ein weiteres mal expandieren. Am bisherigen Standort besteht nicht die Möglichkeit das Bankgebäude zu erweitern. Dadurch ist man gezwungen, ein neues Grundstück in zentraler Lage zu suchen. Dank der Aufgeschlossenheit und dem Verständnis der Frauen Berta Lampert und Dina Maier ist bald ein geeignetes Grundstück gefunden. Einem Bankneubau steht nun nichts mehr im Weg.

 

Karl Brenzinger verabschiedet sich

Am 16.09.1992 geht die Ära des Vorstandsvorsitzenden Karl Brenzinger zu Ende. Nach 36-jähriger Vorstandstätigkeit scheidet Karl Brenzinger altersbedingt aus dem Vorstand der Raiffeisenbank aus.

1995 erhält die Filiale in Horrenberg einen Geldausgabeautomaten. So ist auch hier die Bargeldversorgung rund um die Uhr gewährleistet.

In Baiertal finden weitere Baumaßnahmen statt. Das Lagerhausgebäude wird erweitert. Am 01. Juli 1997 eröffnet hier die Firma Schlecker einen Drogeriemarkt.

Auch der Euro spielt seit einiger Zeit eine große Rolle. Die gesamte Hardware der Bank wurde erneuert. Auch die Software wurde neu installiert. Durch die neue Technologie ist die Raiffeisenbank bestens für die Euro-Umstellung gerüstet.

 

Die Raiffeisen Privatbank eG im 21. Jahrhundert

Am 30.03.2008 geht Rolf Zilly nach 39 Jahren Vorstandstätigkeit in den Ruhestand. Als Vorstandsmitglied wird Udo Engelhardt bestellt. Zusammen mit Werner Hillenbrand, der auch Sachverständiger für Immobilienbewertung ist.

In der Generalversammlung vom 24.06.2009 wird die Namensänderung zum heutigen Namen Raiffeisen Privatbank eG beschlossen. In diesem Namen wird die Philosophie der Bank und das Bemühen um den Kunden zum Ausdruck gebracht.

Am 30.06.2015 wurde Werner Hillenbrand in den Ruhestand verabschiedet und Hans Gaiser zum neuen Vorstandsmitglied bestellt.

Seit dem 01.07.2015 stellen Udo Engelhardt und Hans Gaiser den neuen Vorstand der Raiffeisen Privatbank eG dar.

Das ehemalige Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Privatbank eG Hans Gaiser ist zum 31.07.2016 aus seinem Amt ausgeschieden. Frau Beate Hackmann fungierte von 01.10.2016 bis 31.03.2017 als Interims-Vorstandsmitglied der Raiffeisen Privatbank eG, bis der neue Vorstand im Bereich Produktion und Steuerung, Herr Daniel Ehmer zum 01.04.2017 zum Vorstand bestellt wurde. Gemeinsam mit Udo Engelhardt leitet er nun die Raiffeisen Privatbank eG. 

Die Raiffeisen Privatbank eG ist eine unabhängige, genossenschaftliche Bank, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet hat und den Kunden und der Bevölkerung der Region langfristig als Partner zur Seite steht.